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Baumpflege

Baumstumpf entfernen: Methoden & Kosten [2026]

Simone Blaß
Verfasst von Simone Blaß
Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2026
Lesedauer: 19 Minuten
© picturesd / istockphoto.com

Für die einen ist er ein charmantes Detail im Garten, das sich als Podest für Pflanzen oder als natürliches Deko-Element nutzen lässt. Für die anderen ist ein alter Baumstumpf einfach nur im Weg. Ein Baumstumpf kann das Rasenmähen erschweren, neue Beete oder Wege blockieren, Schädlinge anziehen oder schlicht unordentlich wirken, vor allem dann, wenn der Stumpf langsam verwittert. Wenn Sie den alten Rest des Baumstamms entfernen möchten, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl, die sich deutlich in Aufwand, Kosten, Dauer und Ergebnis unterscheiden. Manche Methoden sind schnell und gründlich, erfordern aber schweres Gerät oder professionelle Hilfe. Andere sind günstiger und lassen sich selbst umsetzen, brauchen jedoch Geduld und die richtige Vorbereitung. Auch Faktoren wie Größe und Holzart des Stumpfs, die Lage im Garten, mögliche Leitungen im Boden und Ihre Pläne für die Fläche danach spielen eine wichtige Rolle.

Alles auf einen Blick:

  • Um Baumstümpfe zu entfernen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Ausgraben, Fräsen und das Zersetzen auf natürliche Weise.
  • Chemische Mittel sollten Sie auf keinen Fall einsetzen. Diese sind nicht nur klima- und umweltschädlich, sondern können auch zu Bränden führen und Ihren Boden zerstören.
  • Möchten Sie den Rest eines alten Baumstamms loswerden, müssen Sie sich zuerst über die Art der Baumwurzel im Klaren sein.
  • Tiefwurzeln sind in der Regel deutlich aufwendiger aus der Erde zu lösen als Flachwurzeln.
  • Außerdem sollten Sie wissen, ob in Ihrem Garten unterirdisch Rohre verlaufen. Falls ja, müssen Sie mit Vorsicht vorgehen, um diese nicht zu beschädigen.
  • Sind Sie sich nicht sicher, sollten Sie unbedingt einen Experten beauftragen.
  • Wenn Sie einen Baumstumpf vom Profi entfernen lassen möchten, dann müssen Sie mit einem Betrag zwischen 100 und 400 Euro rechnen. 

Wann sollten Sie einen Baumstumpf entfernen?

Ob Sie nach dem Fällen eines Baumes den Baumstumpf entfernen möchten oder nicht, bleibt grundsätzlich Ihre Entscheidung. Viele Gartenbesitzer empfinden ihn als störend, weil er beim Rasenmähen im Weg ist, eine Stolperfalle darstellt oder die Fläche optisch unruhig wirken lässt. In anderen Fällen ist der Grund praktischer, zum Beispiel wenn der Stumpf den Platz für ein Beet, einen Weg, eine Terrasse oder ein geplantes Gartenhaus blockiert. Manchmal soll die Stelle auch einfach wieder eben werden, damit sich der Garten leichter pflegen und flexibel nutzen lässt. In bestimmten Situationen ist das Entfernen jedoch mehr als eine Frage der Optik. Wenn sich der Baum in der Nähe von Abwasser-, Regenwasser- oder Versorgungsleitungen befand, können Wurzeln diese Bereiche beeinträchtigen. Zwar wachsen Wurzeln nach dem Fällen nicht weiter, aber sie können bereits vorhandene Schäden verschlimmern oder durch Verrottung Hohlräume im Boden verursachen, die später zu Absackungen führen. Auch in der Nähe von Fundamenten, Mauern oder Pflasterflächen kann ein Wurzelstock langfristig Probleme machen, zum Beispiel wenn sich der Untergrund ungleichmäßig setzt oder wenn einzelne stärkere Wurzeln beim Rückbau von Wegen und Terrassen stören.

GUT ZU WISSEN:
Der ober- und der unterirdische Teil eines Baumes gehören zusammen. Trennen Sie das eine vom anderen, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass beide Seiten absterben. So wie man es von Pflanzen kennt, bei denen man lediglich einen Spross in den Boden stecken muss, gibt es auch die Möglichkeit, dass im Boden verbliebene Wurzeln wieder austreiben können. [1]

Bedenken Sie beim Baumstümpfen in Ihrem Garten auch, dass diese von Krankheitserregern befallen werden können. Neben Wundfäule und Hallimasch gilt der Wurzelschwamm beispielsweise als der mit Abstand bedeutendste Verursacher von Rotfäule. Der Pilz befällt bevorzugt frisch geschnittene Baumstümpfe und kann von dort über Wurzelverwachsungen auf benachbarte, gesunde Bäume übergehen. Dabei breitet er sich im Wurzelraum typischerweise mit einer Geschwindigkeit von rund 50 Zentimetern pro Jahr aus. [2]

Welche Rolle spielt die Art der Baumwurzel? 

Ist der Baum gefällt, dann bleiben der Baumstumpf und die Baumwurzel übrig. Je nach Baumart handelt es sich um verschiedene Wurzelarten, die darüber entscheiden, wie ein Baumstumpf entfernt werden kann. Im Garten lassen sich Wurzeln in 3 Typen unterteilen:

  • Flachwurzeln: Flachwurzeln wachsen unmittelbar unter der Erdoberfläche und reichen in der Regel nicht sonderlich tief. Sie bedienen sich an absickerndem Wasser. Diese Wurzelart finden sie zum Beispiel bei Fichten und Weiden.
  • Tiefwurzeln: Tiefwurzeln hingegen wachsen senkrecht ins Erdreich hinein und sind somit tief verankert. In der Tiefe suchen sie nach Grundwasser. Als sogenannte Pfahlwurzler gelten beispielsweise Tannen und Eichen. Bei Tiefwurzeln müssen Sie demnach sehr tief schaufeln, um den gesamten Baumstumpf zu entfernen. Flachwurzler erfordern kein tiefes Ausheben, dafür ein sehr großflächiges.
  • Herzwurzeln: Eine Mischform aus den beiden oberen Arten sind die Herzwurzler wie die Ahorn-Arten, der Ginkgo, der Walnuss- oder der Amberbaum. Sie passen sich ihrer Umgebung an und wachsen, wie es die Bodenverhältnisse ermöglichen. Bei einigen Arten lässt sich zudem beobachten, dass sich das Wurzelsystem im Laufe der Zeit verändert: So starten manche Bäume in jungen Jahren zunächst mit einer ausgeprägten Pfahlwurzel, entwickeln später aber zusätzliche kräftige Seitenwurzeln.  Dadurch entsteht nach und nach das charakteristische, herzförmige Wurzelbild. 

In der Praxis sind Wurzelsysteme nie vollständig schemafest und jedes Wurzelsystem ist individuell. Denn Bäume reagieren auf

  • Bodenbeschaffenheit,
  • Wasserangebot,
  • Verdichtung,
  • Platzverhältnisse und
  • andere Standortfaktoren

und passen ihr Wachstum entsprechend an. Deshalb kann das tatsächliche Wurzelbild im Einzelfall von der botanischen Einordnung abweichen. Maßgeblich ist auch das Alter des Baums. Bei sehr großen, alten Bäumen sind die Wurzeln meist fester verankert als bei jüngeren, kleinen Bäumen.

Das sagt unser Gartenbau.org Baumpflege-Experte

„Je nach Standort des Baums reichen Baumwurzeln unterschiedlich tief in die Erde. Bei einem guten Standort mindestens doppelter bis dreifacher Kronendurchmesser in der Breite. Die Tiefe liegt an den Bodenverhältnissen. Hier kann es auch nur die Hälfte der Baumhöhe sein. Ein Stadtbaum hat einen, in Breite und Tiefe, begrenzten Extremstandort. Ein Baum im Garten kann bei schlechter Vorbereitung der Baumpflanzung ebenfalls nicht tief wurzeln.“
Ingo Wartemann – Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung



Baumstumpf entfernen: Welche Jahreszeit eignet sich dafür am besten?

Einen Baumstumpf dürfen Sie ganzjährig entfernen und Sie brauchen dafür auch keine Genehmigung. Was Sie allerdings nicht einfach so dürfen, ist, einen Baum zu fällen. Denn dafür brauchen Sie in vielen Fällen eine behördliche Genehmigung. Hintergrund ist nicht nur der Schatten- und Abkühlungseffekt, sondern auch die Schutzfunktion von Bäumen für ihre unmittelbare Umwelt. Sie tragen zur Verbesserung von Boden, Luft und Wasser bei, dämpfen Temperaturschwankungen und wirken damit klimastabilisierend. Zudem wandeln sie im Zuge der Photosynthese Kohlendioxid, Wasser und Licht in Sauerstoff um und binden Kohlenstoff. Die Voraussetzungen für eine solche Baumfällgenehmigung unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, genau wie die Bußgelder, die bei Nichtbeachtung der Vorgaben verhängt werden und die bis zu 100.000 Euro reichen können. [3] In vielen Bundesländern, häufig ergänzt durch kommunale Baumschutzsatzungen, stehen Laub- und Nadelbäume ab einem bestimmten Stammumfang unter Schutz, in der Regel sind das 60 bis 80 Zentimeter Umfang. Obstbäume sind dabei in der Praxis oft ganz oder teilweise ausgenommen, wobei die Details je nach Region abweichen.

UNSER TIPP:
Wenn Sie einen Baum gefällt haben und den Stumpf direkt im Anschluss entfernen möchten, sollten Sie ihn nicht bodennah absägen. Eine gewisse Resthöhe dient Ihnen als praktischer Hebel, mit dem sich der Stumpf beim Ausgraben deutlich leichter kippen, bewegen und verdrehen lässt. So kommen Sie besser an die Seitenwurzeln heran und können diese gezielt durchtrennen. Auch Werkzeuge wie Spaten, Brechstange oder Seilwinde lassen sich einfacher ansetzen. Schneiden Sie den Stumpf hingegen zu tief ab, fehlt diese Hebelwirkung und das erschwert die Arbeit erheblich.

Baumstumpf ausgraben [Schritt-für-Schritt-Anleitung]

Eine bekannte Methode, um Baumwurzeln aus dem Boden zu entfernen, ist das Ausgraben. Diese Variante ist zwar körperlich anstrengend, jedoch sehr effektiv. Während Sie bei Flachwurzlern nicht allzu tief graben müssen, kann es beispielsweise bei einer Tanne einige Stunden dauern, bis die Wurzel freigeschaufelt ist. Diese Variante eignet sich deshalb am ehesten bei flachwurzelnden Bäumen wie Fichten und Weiden. Sie brauchen dafür lediglich einen scharfen Spaten, bei Bedarf einen Gartenschlauch und am besten ein paar helfende Hände. 

Schritt 1: Graben

Mit einem Spaten schaufeln Sie den Bereich rund um den Baumstumpf frei. Entfernen Sie dabei Steine, die Ihnen beim Schaufeln im Weg sind und durchtrennen Sie die dicken Wurzeln. Die dünneren Wurzeln reißen meist bereits von selbst. Graben Sie soweit, bis die Wurzel größtenteils frei liegt.

Schritt 2: Lockern

Der Stumpf sollte nun etwas lockerer in der Erde stecken. Indem Sie den Stumpf oben anpacken und diesen abwechselnd in unterschiedliche Richtungen drücken, verliert er noch mehr an Stabilität. Lockern Sie den Stamm auf diese Art, bis alle verbliebenen Baumwurzeln gerissen sind.

Schritt 3: Herausheben

Der Stumpf sollte soweit gelöst sein, dass Sie ihn in diesem Schritt herausheben können. Da der Stamm meist schwer ist, sollten Sie sich besonders bei großen Wurzeln Hilfe holen. An den Wurzelenden hängen häufig noch Erdballen, die das Gewicht erhöhen. Entfernen Sie die Erde mithilfe des Spatens oder spülen Sie diese mit dem Gartenschlauch ab. Die restlichen, abgetrennten Wurzeln können, insofern sie nicht stören, im Erdreich bleiben. Alternativ können Sie diese auch ausbuddeln.

Schritt 4: Auffüllen

Im letzten Schritt schließen Sie das Loch, indem Sie es mit Erde auffüllen.



Alternative Methoden Methoden zum Entfernen einer Baumwurzel

Das Ausgraben ist effektiv, setzt jedoch auch körperliche Fitness voraus. Besonders bei Bäumen mit Tiefwurzeln kann sich das Entfernen herausfordernd gestalten. Alternativ können Sie den Baumstumpf auch abfräsen oder ihn kompostieren. 

Kann ich die Baumwurzeln ausbrennen oder Chemie verwenden? 

Das Ausbrennen von Baumwurzeln oder der Einsatz von Chemikalien ist aus mehreren Gründen nicht empfehlenswert:

  1. Umwelt- und Bodenschäden: Chemische Mittel, etwa auf Salzbasis oder mit aggressiven Wirkstoffen, können das Bodenleben der Mikroorganismen massiv stören, das Grundwasser belasten und benachbarte Pflanzen schädigen. Rückstände bleiben oft lange im Boden.
  2. Sicherheitsrisiken: Das Ausbrennen eines Baumstumpfs ist schwer zu kontrollieren. Es besteht erhebliche Brandgefahr, insbesondere bei trockener Witterung oder in der Nähe von Gebäuden, Wurzeln, Kabeln oder Leitungen im Boden. Außerdem können unterirdische Wurzelreste wie Zunder weiterglimmen, ohne dass man es sieht.
  3. rechtliche Aspekte: In vielen Regionen ist das Abbrennen von Pflanzenresten oder der Einsatz bestimmter Chemikalien im Garten gesetzlich verboten oder nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt.
  4. geringe Wirksamkeit: Weder Ausbrennen noch chemische Mittel garantieren eine vollständige Zersetzung oder Entfernung. Oft bleiben große Teile der Wurzel im Boden und müssen später doch noch ausgegraben oder ausgefräst werden.

Darum sollten Sie keinen Kalkstickstoff verwenden

Kalkstickstoff kann die Verrottung höchstens indirekt unterstützen, wenn man den Stumpf stark öffnet, dauerhaft feucht hält und abdeckt. Trotzdem ist es keine sinnvolle Methode, um den Verrottungsprozess zu beschleunigen, denn der Prozess kann Jahre dauern und ist vergleichsweise fehleranfällig. Kalkstickstoff ist reaktiv, gesundheitlich heikel in der Handhabung und kann umliegende Pflanzen sowie das Bodenleben mit all seinen wertvollen Mikroorganismen lokal beeinträchtigen, insbesondere in der ersten Phase nach dem Ausbringen. Sinnvoller sind meist mechanische Verfahren wie das Ziehen des Wurzelstocks. Wenn Zeit keine Rolle spielt, ist das natürliche Verrottenlassen eine gute Alternative. 

Ist die Verwendung von Salz zur Entfernung eines Baumstumpfes sinnvoll? 

Die häufig empfohlene Anwendung von Bittersalz zur Entfernung eines Baumstumpfs ist aus ökologischer Sicht kritisch zu bewerten. Zwar ist Magnesiumsulfat im Gartenbau in geringen Mengen zulässig, etwa zur gezielten Behebung eines Magnesiummangels bei Pflanzen, doch die absichtliche, hochdosierte Verwendung zur Dehydrierung von Holz und Wurzeln stellt keinen umweltfreundlichen Ansatz dar. Eine solche Behandlung kann

  • den Boden versalzen,
  • das Bodenleben schädigen und
  • benachbarte Pflanzen nachhaltig beeinträchtigen.

Auch das zusätzliche Versiegeln der Bohrlöcher mit Kerzenwachs und das Abdecken mit Kunststofffolie widersprechen dem Anspruch einer naturnahen und nachhaltigen Gartenpflege. 

So können Sie einen Baumstumpf fräsen

Beginnen Sie beim Ausgraben mit dem Entfernen der Erde, Steine und Wurzeln. Mithilfe einer sogenannten Wurzelfräse, auch Stubbenfräse genannt, lässt sich der Stumpf beseitigen. Indem Sie die Fräse gleichmäßig über den Baumstumpf bewegen, löst sich dieser in Holzspäne auf.

Wie lässt man einen Baumstumpf verrotten?

Stellt ein Baumstumpf keine Gefahr für Rohrleitungen dar und stört Sie in Ihrem Garten nicht, können Sie auch auf die natürliche Zersetzung warten. Dieser Prozess kann allerdings einige Jahre dauern, weshalb Sie ihn ein kleines bisschen beschleunigen sollten. Dafür gibt es 2 Möglichkeiten. Entweder Siesägen mit einer Stichsäge ein Schachbrettmuster in das Holz oder Sie bohren mit einem Holzbohrer viele tiefe Löcher in engem Abstand hinein. Danach vermischen Sie Kompost mit einem Kompostbeschleuniger oder einem organischen Dünger. Dieses Gemisch füllen Sie in die Löcher beziehungsweise die Rille im Holz. Mit etwas Glück ist der Stumpf nach einem Jahr so zersetzt, dass Sie ihn mit einer Axt direkt über dem Erdboden abschlagen können. Die Wurzeln müssen nicht entfernt werden, sondern zersetzen sich von selbst.

WAS IST EIN KOMPOSTBESCHLEUNIGER?
Ein Kompostbeschleuniger ist ein Hilfsstoff, der den Zersetzungsprozess deutlich schneller ablaufen lässt. Typische Inhaltsstoffe sind Stickstoff, Kalium, Kalk, Spurenelemente sowie organische Bestandteile wie Horn- oder Knochenmehl und zugesetzte Mikroorganismen oder Pilze. Kompostbeschleuniger werden meist als Pulver oder Granulat aufgestreut und kurbeln den Verrottungsprozess an.

Sie können den Stumpf aber natürlich, wenn er an dieser Stelle nicht stört, einfach stehen lassen und die Sache der Natur überlassen. Pilze wie der Birnenstäubling, auch Birnenbovist genannt, siedeln sich hier gerne an. Dieser Pilz wächst gern in Gruppen auf Faulholz und nutzt das bereits abgestorbene, vermodernde Holz als Nährstoffquelle. Damit trägt er zum Zersetzungsprozess und zum Abbau des Totholzes sowie zur Rückführung der Nährstoffe in den Boden bei. Wenn allerdings Kinder oder Haustiere den Garten auch mal unbeobachtet nutzen, dann sollten Sie die reifen Exemplare entfernen. Sie erkennen sie daran, dass sie, wie andere Bovistenarten auch, beginnen zu stauben.

Ein vermooster, halbverrotteter Baumstumpf ist dicht mit kleinen weißen Faulholzpilzen bewachsen. Herbstlaub bedeckt den Boden, während Lichtstrahlen die Szenerie natürlich beleuchten.
Faulholzpilze auf einem alten Baumstumpf sind kein Problem, denn gesunde Pflanzen werden von ihnen nicht befallen © Frank Nagel / istockphoto.com

Was kostet es den Baumstumpf entfernen zu lassen?

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte für dieses Vorhaben einen Experten beauftragen. Dieser kann nicht nur sicher sagen, was für eine Wurzel Ihr Baum hat, sondern er prüft auch Ihren Boden auf Rohre und Leitungen. Kommt es bei seinen Arbeiten zu einem Schaden, steht er dafür gerade. Machen Sie sich dagegen selbst ans Werk und beschädigen versehentlich ein Rohr, kann das teuer werden. Beauftragen Sie einen Experten, setzt sich der Preis aus der Anfahrt, den Entsorgungskosten und dem Arbeitseinsatz zusammen. Für das Fräsen können Sie abhängig vom Baum in etwa mit Kosten zwischen 150 und 400 Euro rechnen. Größere Exemplare müssen oftmals mit einem Bagger entfernt werden. Die Kosten hierfür können zwischen 200 und 500 Euro betragen.

Die Kosten in der Übersicht

StumpfdurchmesserEntfernungsmethodedurchschnittliche KostenHinweise/Zusatzkosten
bis 30 cmFräsenbis 100 Euro
30 bis 60 cmFräsen100 bis 200 Euro
über 60 cmFräsen oder Ausgraben200 bis 400 Euro
bei allen Baumstumpfarten unabhängig vom Durchmesser
  • Anfahrt des Dienstleisters
  • Entsorgung von Fräsgut oder Wurzelmaterials
  • Bodenauffüllung oder Rasen-Nachsaat

Diese Faktoren beeinflussen den Preis

  • Durchmesser des Baumstumpfes
  • Wurzelart
  • Zugänglichkeit des Standorts
  • Entfernungsmethode
  • Fachbetrieb
  • Region 

Welche versteckten Kosten können beim Entfernen eines Baumstumpfs entstehen? 

Neben den reinen Arbeits- oder Mietkosten können Zusatzkosten für Anfahrt, Entsorgung von Fräsgut oder beschädigte Rasenflächen anfallen. Auch Nacharbeiten wie das Verfüllen des Lochs mit geeignetem Bodenmaterial werden oft unterschätzt.

Kann ich einen Baumstumpf selbst ausgraben? 

Das Ausgraben eines Baumstumpfs erfordert nicht nur Kraft, sondern auch viel Zeit. Selbst bei einem Durchmesser von nur 10 bis 15 Zentimetern müssen Sie mit über einer Stunde intensiver Arbeit rechnen, vor allem bei hartem, steinigem oder verdichtetem Boden. Steigt die Anzahl der zu entfernenden Stümpfe, zum Beispiel bei einer alten Hecke oder mehreren kleinen Bäumen, dann summiert sich der Aufwand schnell so stark, dass die manuelle Methode kaum noch sinnvoll ist. In solchen Fällen sind der Einsatz einer Wurzelfräse oder eines Minibaggers meist deutlich effizienter und schonen zugleich Rücken und Nerven. Hinzu kommt, dass in der Nähe von Mauern, Leitungen oder Pflasterflächen die Gefahr besteht, beim Graben Wurzeln unter Fundamenten oder Leitungen freizulegen oder zu beschädigen. Hier ist kontrolliertes Fräsen durch einen Profi die bessere Lösung.

Das sagt unser Gartenbau.org Baumpflege-Experte

Großmaschinen wie Stubbenfräse beziehungsweise Minibagger können ausgeliehen werden, erfordern aber praktische Erfahrung. Die Lagen von Ver- und Entsorgungsleitungen sowie Kabeln auf dem Grundstück müssen geortet werden. Kabelpläne stimmen meistens nicht.
Ingo Wartemann – Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung

Wie entfernt man einen Baumstumpf mit der Kettensäge?

Beim Entfernen eines Baumstumpfs mit der Kettensäge sägen Sie zunächst tiefe Einschnitte ringsum in Kreuzform (circa 20 bis 30 Zentimeter tief), um das Holz zu schwächen, hebeln Sie dann mit einer Brechstange die Segmente heraus und wiederholen anschließend den Vorgang, bis der Stumpf weitgehend zerkleinert ist. Tragen Sie immer Schutzkleidung und stabilisieren Sie den Stumpf, um Rückschläge zu vermeiden.



Mit diesen Möglichkeiten integrieren Sie den Baumstumpf in Ihren Garten 

  • Bepflanzung als Blumenkübel: Höhlen Sie den Stumpf aus, legen Sie ihn mit Folie aus und füllen Sie ihn mit Blumenerde für Sukkulenten, Kräuter oder Blumen. So wird er zu einem natürlichen Pflanzgefäß, das langsam verrottet.​
  • Sitzgelegenheit oder Tisch: Ist der Baumstumpf sehr groß, dann können Sie ihn zum Beispiel in Kombination mit Ministühlen als Tisch für Kinder nutzen. Schleifen Sie dazu die Oberfläche glatt und ölen oder lackieren Sie sie wetterfest.​
  • mit Pflanzen verstecken: Pflanzen Sie buschige Hecken, Kletterpflanzen wie Efeu oder Geißblatt oder hohe Gräser ringsum, um den Stumpf natürlich zu kaschieren.
  • dekorative Gestaltung: Schnitzen, bemalen oder verzieren Sie den Stumpf mit wetterfester Farbe, Mosaiksteinen oder Lichterketten, auch ein Vogelhäuschen verstärkt den Charme.

Diese 5 Dinge sollten Sie beachten

  1. Auch kleine Stümpfe haben ein erstaunlich dichtes Wurzelnetz, das sich seitlich weit ausbreitet und den Boden regelrecht verankert.
  2. Je nach Baumart reicht das Wurzelwerk deutlich tiefer als ein Spatenstich, sodass Sie viel Erde bewegen und viele einzelne Wurzeln kappen müssen.
  3. In schweren, lehmigen Böden klebt die Erde am Wurzelballen, der Stumpf lässt sich schwerer hebeln, und das Loch wird größer und ungleichmäßiger.
  4. Nutzen Sie die entfernten Stumpfspäne nicht nur als Mulch, sondern mischen Sie sie mit Kompost. Damit eignen sie sich gut zum Beispiel zum Anlegen von Hochbeeten.
  5. Bei der Baumstumpfentfernung kann es zu unerwarteten Bodeninstabilitäten kommen, da das Wurzelwerk Hohlräume hinterlässt, die sich erst nach Monaten durch natürliche Setzung schließen. Legen Sie daher temporäre Holzplatten oder Gitternetz darüber, um Stolperfallen oder Fahrzeugsenkungen zu vermeiden.

Logo des Gartenbaubetriebs Ingo Wartemann Bäume & Gärten.

ÜBER UNSEREN BAUMPFLEGE-EXPERTEN

Unser Baumpflege-Experte Ingo Wartemann ist Inhaber des Betriebs Ingo Wartemann Bäume & Gärten im “Grünen Bereich” aus Hohenstein. Als staatlich geprüfter Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung ist er seit über 25 Jahren in den Bereichen Baumkontrolle, Baumbeurteilung und Baumbegutachtung erfolgreich tätig.

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Fazit

Möchten Sie einen lästigen Baumstumpf samt Wurzel aus Ihrem Garten entfernen, kommen verschiedene Methoden in Frage. Am bekanntesten ist das Ausgraben, wobei dieses Verfahren anstrengend ist und körperliche Fitness voraussetzt. Alternativ können Sie den Baumstumpf mit einer Stubbenfräse, auch Wurzelfräse genannt, in Holzspäne verwandeln oder das natürliche Zersetzen unterstützen. Letzteres ist dabei immer die schonendste und einfachste Variante, dauert jedoch auch am längsten. Unter keinen Umständen sollten Sie chemische Mittel einsetzen oder den Baumstumpf ausbrennen. Um einschätzen zu können, wie aufwendig sich das Entfernen gestaltet, ist die Art der Wurzel entscheidend. Bei einem Tiefwurzler müssen Sie deutlich mehr graben, als es bei einem Baum mit Flachwurzel der Fall ist. Außerdem müssen Sie wissen, ob in Ihrem Garten unterirdisch Leitungen und Rohre verlaufen. Wenn Sie hier sicher sein wollen, sollten Sie auf jeden Fall einen Experten beauftragen.

Baumstumpf entfernen: Häufig gestellte Fragen

Wie beeinflusst die Lage des Stumpfs im Garten die Gesamtkosten der Entfernung?

Stümpfe in schwer zugänglichen Bereichen (zum Beispiel in Terrassennähe, bei Hanglage oder zwischen eng stehenden Bäumen) erfordern oft mehr Handarbeit oder kleinere Spezialmaschinen, was Zeit und Geld kostet. Gute Erreichbarkeit senkt dagegen den Aufwand und damit auch den Preis deutlich.

Lohnt es sich, für einen einzelnen Baumstumpf ein Gerät zu mieten oder ist ein Dienstleister am Ende günstiger?

Die Miete einer Fräse wirkt zunächst preiswert, doch ohne Erfahrung können Bedienfehler, Schäden am Gerät oder ein ineffizienter Arbeitsablauf den Vorteil schnell zunichte machen. Bei nur einem Stumpf ist ein Fachbetrieb oft kaum teurer, aber deutlich stressfreier.

Wie kann ich einen alten Baumstumpf entsorgen?

Sie haben in vielen Städten die Möglichkeit, auch einen alten Baumstumpf auf dem Recyclinghof oder bei der Sammelstelle zu entsorgen. Die Preise dafür sind ähnlich dem Entsorgen von Grünschnitt und können von Region zu Region variieren.

Quellen

[1] Sachverständigenbüro für urbane Vegetation. „Das Wurzelwachstum gefällter Bäume“. Urbanevegetation.de, www.urbanevegetation.de/taspo_04_2017.html. Zugegriffen 23. Januar 2026.

[2] Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft-LWF. „Der frische Wurzelstock ist eine offene Tür für den Wurzelschwamm“. Waldwissen.net, 30. April 2005, www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/schadensmanagement/pilze-und-nematoden/mittel-gegen-rotfaeule. Zugegriffen 23. Januar 2026.

[3] Hammerich, Philipp. „Wann darf man einen Baum fällen? – Bußgeldkatalog 2025 / 2026“. Bußgeldkatalog, bussgeldkatalog.org, 2. April 2015, www.bussgeldkatalog.org/umwelt-baum-faellen/. Zugegriffen 23. Januar 2026.

Über unsere*n Autor*in
Simone Blaß
Simone studierte Germanistik, Psychologie und Soziologie und absolvierte danach ein Volontariat bei einem lokalen Fernsehsender. Nach Zwischenstationen beim Radio und in einer PR-Agentur arbeitete sie viele Jahre als freiberufliche Redakteurin für Online-Portale und Agenturen.